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Frauen wählen atomstromfrei

In weniger als drei Wochen steht die Bundestagswahl ins Haus – und wir rufen alle Frauen auf: wählt atomstromfrei! Wie bereits bei den vergangenen Wahlen können wir auch diesmal wieder ein Zeichen setzen: Mit uns nicht! Wie oft haben wir bei der wunderbaren Demo am 5.9.09 gegen Atomenergie die Frage gehört „habt ihr gedacht, dass wir nochmal gegen Atomenerige demonstrieren müssen?“ Nein, haben wir nicht. Vertrag ist Vertrag, wenn er auch nur suboptimal ist, dachten wir. Reichlich naiv, wie sich in den letzten Jahren rausstellte.
Deshalb haben wir auch ein neues Projekt gestartet, das Frauen motivieren soll, ihre Stimmen gegen Atomenergie wieder lauter werden zu lassen. Mit lokalen Aktionen, Beiträgen zur „Aufgabe des Monats“ und Schwerpunktthemen hoffen wir, bald viel von Frauen gegen Atomenergie zu hören.

Brief an Ilse Aigner und Sigmar Gabriel wegen Gentechnik-Verboten und -Zulassungen

xxxxx von der Aktion Bantam-Mais xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

DRINGENDE AKTION: Gentechnik-Pflanzen in Europa verhindern!

In den nächsten Tagen stehen wichtige Entscheidungen in Brüssel an:

● Am 2. März soll die zwangsweise Aufhebung der Anbauverbote für Mon810 in Österreich und Ungarn vom Ministerrat abgesegnet werden.
● Bald danach müssen die Minister über zwei weitere Anbauverbote in Griechenland und Frankreich abstimmen.
● Die Kommission will ausserdem erstmals seit 1998 zwei neue Gentechnik-Maisssorten (bt11 von Syngenta und 1507 von Pioneer) zulassen

Für all diese Entscheidungen gilt: Nur eine 2/3 Mehrheit im Rat der Umweltminister kann sie noch stoppen. Bisher hat die Bundesregierung sich dazu nicht verbindlich geäussert. Schreiben Sie deshalb an Umweltminister Gabriel und Landwirtschaftsministerin Aigner und fordern Sie eine klare Stimme gegen Gentechnik!
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Auf der Webseite der Bantam Mais Aktion findet sich ein Email-Formular, dass bereits von mehr als 16000 Unterstützerinnen unterzeichnet wurde.

Feministisches Fahrradfahren im Frühling

Obwohl in den USA auch als Vordenkerin des „Pro Life Feminism“, sprich feministischer Abtreibungsgegnerinnen bekannt, hat die Frauenrechtlerin Susan B. Anthony der feministischen Sache doch einigen Dienst erwiesen. Abgesehen davon, dass sie sich 1872 als erste Frau entgegen geltendem Recht als Wählerin für die Präsidentschaftswahl registrieren ließ und dafür in einem öffentlichkeitswirksamen Prozess verurteilt wurde, hat sie der Nachwelt auch folgendes Zitat hinterlassen:

„I think [the bicycle] has done more to emancipate women than anything else in the world. It gives a woman a feeling of freedom and self-reliance. The moment she takes her seat she knows she can‘t get into harm unless she gets off her bicycle, and away she goes, the picture of free, untrammeled womanhood.“ [Zitat von Cycling Systers]

Der emanzipatorische Effekt des Fahrradfahrens zeigt sich insbesondere dann, wenn es Frauen ermöglicht, ihre Transportwege und damit ihre tägliche Arbeitslast enorm zu erleichtern. Projekte wie das Village-Bicycle-Projekt in Ghana arbeiten daher daran, Frauen sowohl das technische Knowhow als auch die Lust und den Mut zu vermitteln, um Geschlechterstereotypen zu durchbrechen, die Frauen das Radfahren in vielen Regionen dieser Welt erschweren, in denen das Fahrrad das am leichtesten zugängliche und praktischte Verkehrsmittel darstellt. Bedenken, Radfahren sei (zu) gefährlich, unschicklich, schwer zu erlernen oder würde Frauen auf dumme Gedanken bringen, können wirkungsvoll nur durch Vorbilder bekämpft werden: „we are convinced that it only takes one female cyclist or mechanic to begin the cultural shift“, so dass Village Bicycle Project. Ein kultureller Wandel allein wird aber nicht helfen, solange Frauen nicht über die Mittel verfügen, alleine oder in Kooperativen eigene Fahrräder anzuschaffen.

Im Norden bzw. Westen ist ein Fahrrad für die allermeisten Frauen ein erschwingliches Gut – ganz im Gegensatz zum Auto, das sich des öfteren in Männerhand befindet. Es muss sicher nicht extra erwähnt werden, dass Fahrradfahren im Gegensatz zur Fortbewegung in KFZ gleich welchen Alters klimafreundlich ist – an dieser Stelle sei daher auf die jüngste Aktion des VCD verwiesen, der eine Abwrackprämie für Fahrräder (und die Förderung von Bus- und Bahntickets) fordert.

Umweltprämie jetzt!

Fellowships in Wien für 2009

Das Institute for Advanced Studies in Science, Technology and Society (IAS-STS), angesiedelt beim Inter-University Research Centre for Technology, Work and Culture (IFZ) in Wien sucht Menschen, die zu Technik & Gesellschaft forschen (und denen die fachspezifische Freude an Abkürzungen keine Angst macht). Noch bis zum 31. Dezember können Bewerbungen für das fellowship-Programm 2009 eingereicht werden. Themen sind unter anderem „Gender – Technology – Environment“, „Energy & Climate“ sowie „Information and Communication Technologies“. Nähere Infos auch hier bei der Uni Wien.

Nur die dummen Frauen sind gegen Atomenergie?

Die Propaganda für die weitere Nutzung der Atomenergie – vorgeblich zum Schutze des Klimas und der Armen (oder vielleicht doch eher der armen Energieindustrie?) – macht auch vor der Europäischen Kommission nicht halt. In dem gerade veröffentlichten „Eurobarometer Spezial: Einstellung zu radioaktiven Abfällen“ werden die Daten gedreht und gewendet, bis sie passen. Dabei wird mal eben die am besten gebildete Bevölkerungsgruppe zur Dümmsten gemacht, oder es wird nur noch die Meinung der über 55-jährigen gewertet – weil sie besser in die Pro-Atom-Botschaft passt.
Zitat: „Viertens scheinen Führungskräfte Kernenergie wahrscheinlicher positiv zu sehen als andere Berufsgruppen, während Hausfrauen und -männer wahrscheinlicher dagegen sind. Diese Unterscheidung ist folgerichtig, wenn man die Ergebnisse hinsichtlich Ausbildung und Geschlecht miteinbezieht: Führungskräfte sind oftmals männlich und haben eine gute Ausbildung und sind demzufolge der Kernenergie gegenüber positiver eingestellt, während Personen, die zu Hause bleiben oftmals Frauen mit einem niedrigen Ausbildungsniveau und dementsprechend eher dagegen sind.“
Nun ist zwar schon seit vielen Jahren bekannt, dass weiße Männer in hohen Führungspostionen diejenigen sind, deren Risikobewusstsein gegen Null tendiert – dummerweise sind das diejenigen, die über die Risiken entscheiden – aber dass gleichzeitig die Frauen mit ihrem hohem Risikobewusstsein und der entsprechend hohen Ablehnung der Atomenergie für dumm verkauft werden, ist neu. Nur ein Drittel der Frauen sprechen sich im europäischen Mittel für die Atomenergienutzung aus, während es 54% der Männer sind. Immerhin heißt das umgekehrt, dass auch 46% der Männer dumm sind – obwohl sie keine Hausmänner sind. Oder sollte sich deren Anteil plötzlich dramatisch erhöht haben?

Um nicht in der Polemik stecken zu bleiben, fordert genanet Frauenorganisationen zu einer Aktion auf: „Weitermachen! Frauen wollen den Atomausstieg“. Schickt uns ein Statement, zwei bis vier Sätze, in dem sich die Meinung eurer Frauenorganisation zur Atomkraft widerspiegelt. Wir möchten die Meinungen der Frauenorganisationen in der Öffentlichkeit und Politik sichtbar machen und werden die gesammelten Aussagen an die Kanzlerin und der Wirtschaftsminister schicken und, wenn es uns gelingt dafür noch etwas Geld zu sammeln, eine Anzeige veröffentlichen.
Weitere Informationen unter www.genanet.de

Muttis Ehrentag mal anders

„In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber […] etabliert“, so Wikipedia, wo die geneigte LeserIn auch die länderspezifischen Daten von circa 50 Muttertagen weltweit nachchecken kann – es gibt ja immer was zu feiern. Greenpeace USA hat sich für dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Am Muttertagswochende, das wie in Deutschland dieses Jahr auf Pfingsten fällt (11. Mai), organisiert Greenpeace landesweite Mommy Meetups, bei denen Mütter und Kinder Fotos und Handynachrichten als Botschaften für den Klimaschutz aufnehmen sollen, um diese zu veröffentlichen und PolitikerInnen zu schicken. Außerdem unterstützt Greenpeace alle, die selbst ein solches Meetup auf die Beine stellen möchten oder ein Treffen in ihrer Nähe suchen. Mit dieser Aktion knüpft Greenpeace an die Geschichte des Muttertags an, der entgegen anderslautenden Gerüchten seinen Ursprung tatsächlich in der britischen und angloamerikanischen Frauen- und Friedensbewegung des 19. Jahrhunderts hat und so wieder als Aktionstag für eine friedliche und nachhaltige Zukunft besetzt werden soll. Und nicht vergessen: wer was gegen den Klimawandel tun will, schenkt Mutti keine Importblumen, sondern eine Tafel gepa-Schokolade.
greenpeace
(c) Greenpaece USA

Atomenergie dient weder der Gesellschaft noch dem Klimaschutz

26. April 2008: 22. Jahrestag von Tschernobyl

22 Jahre liegt die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zurück – scheinbar lang genug, um die Atomkraft wieder zu diskutieren, AKW-Störfälle kleinzureden, die Risiken ad acta zu legen und sie gar als Retterin vor dem gefährlichen Klimawandel darzustellen. Jahrestage dienen dem Erinnern, gut so: denn die Atomkraft ist eine Risikotechnologie, die nicht der Gesellschaft und dem Klimaschutz dient. Viele Menschen erkennen die zweifelhafte PR der Atom-Lobby und lehnen die Atomenergie ab. Hierbei gehören Frauen zu den stärksten Kritikerinnen, wie Untersuchungen immer wieder belegen. Ihre höhere Risikosensibilität, ihre Kritik und ihre vorsorgenden Sichtweisen sind jedoch bis heute ein Potenzial, das nicht genutzt wird. Die Herausforderung der Geschlechtergerechtigkeit bei der Planung nachhaltiger Energieversorgung und beim Klimaschutz bleibt.

„Wir schöpften aus einem größeren Ideenpool, falls wir beide Sichtweisen – die der Frauen und die der Männer – bei Umweltgefahren, wie beispielsweise dem Klimawandel oder der Zerstörung der Artenvielfalt, besser berücksichtigen würden. Anderenfalls verlören wir nicht nur Ideen, Lösungsvorschläge und Visionen, sondern auch Unterstützung für eine starke Umweltpolitik.“
Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, in der genanet-Broschüre „weiblich, männlich, nachhaltig. Aufbruch in eine geschlechtergerechte Zukunft“

Der Jahrestag von Tschernobyl ist ein guter Anlass, die Atomenergie persönlich hinter sich zu lassen und den Stromanbieter zu wechseln: www.atomausstieg-selber-machen.de

Zum Weiterlesen: genanet / Ulrike Röhr: 20 Jahre Tschernobyl. Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden. BoD Norderstedt 2006.

Hinaus zum 1. Mai….

…denn da ist der 2nd International Sunflower Guerilla Day!! Mehr dazu bei den Brussels Farmers, GuerillagärtnerInnen aus Brüssel….

gendercc – Informationsplattform zu Gender und Klimaschutz/Klimawandel

Ist der Klimawandel geschlechtsneutral?“ fragte Prof. Ines Weller Ende letzten Jahres bei einem Vortrag – allein die Frage scheint Männer schon in ihren Grundfesten zu erschüttern, wenn man die Reaktionen darauf ernst nimmt. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Antwort lautet eindeutig: NEIN, der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral.
Seit Jahren schon setzt sich gendercc, das internationale Netzwerk von Frauen (und Männern) zu Klimagerechtigkeit (climate justice) und Geschlechtergerechtigkeit, dafür ein die Geschlechterverhältnisse bei den Debatten zum Klimaschutz / Klimawandel und bei der Entwicklung klimapolitischer Maßnahmen in den Blick zu nehmen. Nun hat das Netzwerk eine Informations- und Wissensplattform ins Netz gestellt, die dem wachsenden Interesse an der Thematik entgegenkommt. „Der Klimawandel betrifft doch alle Menschen gleich, wozu also die Bearbeitung des Themas aus der Genderperspektive“ ist eines der Argumente, die uns vor allem in Industrieländern immer wieder begegnen. Nein, der Klimawandel betrifft nicht alle gleich, er trifft die ärmsten Länder am härtesten und innerhalb aller Länder die armen Bevölkerungsschichten am stärksten. Und wer sind die Ärmsten der Armen, egal ob wir in Bangladesh oder in Deutschland gucken: na klar, die Frauen. Sie stellen weltweit 70% der Armen und sind damit am wenigsten in der Lage, sich zu schützen oder anzupassen. Aber Frauen sind nicht nur Opfer, sie tragen zum Klimawandel bei – vor allem in Industrieländern – wenn auch weniger und anders als Männer. Was aber am wichtigsten ist: Sie sind diejenigen, die sich für deutlichere Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen, die bereit sind, ihr Verhalten entsprechen zu ändern. Sicher klafft bei Frauen wie bei Männern eine große Lücke zwischen Lippenbekenntnissen und deren realen Umsetzung im Alltag – aber warum sie nicht beim Wort nehmen?
Ein Anliegen des Netzwerks gendercc ist es deshalb auch, Frauen selbst zu Wort kommen zu lassen, Positionen zu entwickeln und diesen Gehör zu verschaffen. Eine Grundlage dafür ist die Informationsplattform, die mitnichten fertig ist, sondern hoffentlich immer weiter mit Informationen, Kampagnen, Forschungsergebnissen gefüllt werden wird. Alle, die dazu beitragen wollen, sind herzlich willkommen. Die Plattform steht derzeit ausschließlich in englisch zur Verfügung, Informationen in deutsch liegen unter www.genanet.de/klimaschutz.html.

17. April: Internationaler „La Via Campesina“ Aktionstag in/ bei Berlin

+ + Ab 9. April in Berlin + +
Biodiversitätsfenster bei „Kraut und Rüben“ (Oranienstr. 15)
Bücherauswahl bei Oh 21 (Oranienstr. 21)
Ausstellung zu Via Campesina im Cafe Morgenrot (Kastanienallee 85)

+ + 13. April in Falkenberg + +
14 Uhr Fahrraddemo und Aktion auf einem Genversuchsfeld ab Bahnhof Falkenberg/Elster (Brandenburg)

+ + 16. April in Berlin + +
14 Uhr Infoveranstaltung zu Via Campesina/ zum Aktionstag im „Flora Soft“/ Landwirtschaftliche Gärtnerische Fakultät (Invalidenstr. 42)
19.30 Uhr Infoveranstaltung „Biosprit macht Hunger“ im LUX (Schlesischestr. 41)

+ + 17. April in Berlin + +
12.30 Uhr Protestaktion: Tankstelle Ecke Görlitzer- /Skalitzerstr.
13.30 Uhr Fest am Heinrichplatz: Film, Musik, Vokü und Infos

Mehr Informationen: www.viacampesina.org + + + www.g8-landwirtschaft.net