Archiv der Kategorie 'Umweltbewusstsein'

Frauenpower gegen Atomenergie

Am 18. September 2010 demonstrieren wir in Berlin gegen die Atompolitik der Regierung und Großkonzerne. Atomkraft: Schluss jetzt! Die Uhr bis zur endgültigen Entscheidung über unsere Zukunft tickt und es ist Zeit ein deutliches Zeichen zu setzen gegen die Pläne der Politiker die alten Krisen-AKW noch weiter laufen zu lassen.

Komm zu unserem Frauenblock auf der Demo und zeig Deine Meinung gegen Atomkraft.
Sei laut,
sei kritisch,

sei radioAktiv

Mach mit bei unserem Bannerwettbewerb, triff nette Leute, bring Deine Freund_innen mit und setze mit uns ein Zeichen gegen den Atomwahnsinn.

Am 2.9. und am 15.9 2010 jeweils um 18:00 findet ein offenes Planungstreffen zum Ideenaustausch und zur Vorbereitung von Frauenaktionen mit der Aktionskünstlerin Elisa statt. Infos zum Treffpunkt und der weiteren Organisation gibt’s auch auf unserer Webseite www.frauengegenatom.de.

Stromwechsel leicht gemacht

Wir wissen aus vielen Untersuchungen, dass die große Mehrheit der Frauen sich vehement gegen Atomenergie ausspricht. Nur schade, dass die Kluft zwischen Einstellung und Verhalten doch sehr groß ist. Dabei ist es so einfach: der Wechsel zu Ökostrom ist eine sinnvolle Sache und einer der unaufwändigsten Schritte auf dem Weg in eine atomstromfreie Zukunft. Richtig wirkungsvoll wird der Stromwechsel dann, wenn viele VerbraucherInnen den Schritt weg von den großen Energieversorgern machen und zu unabhängigen Ökostromanbietern wechseln, denn dann bekommen die Atomkonzerne die Konsequenzen ihrer Politik richtig zu spüren.
Die Erfahrung zeigt aber, dass sich die meisten Menschen mit dem konkreten Wechsel schwer tun. Sei es, weil sie eine Versorgungslücke befürchten oder nicht wissen, ob der Ökostrom ‚echt’ ist, verwirrende Tarife, widersprüchliche Werbebotschaften tun ein übriges – oder es kommt immer wieder „etwas dazwischen“.
Um Frauen den Wechsel des Stromanbieters zu erleichtern, bieten wir Stromwechseltrainings an, bei denen über die Grundlagen von Ökostrom und wie man den „richtigen“ Anbieter erkennt und wie der Stromwechsel vonstatten geht informiert wird; aber auch darüber, wie man trotz vermeintlich teurerem Ökostrom Geld sparen kann. Im Gespräch mit Expertinnen können offene Fragen geklärt werden.
Die nächsten Ökostromtrainings für Frauen finden am 8.9.2010 von 17-20:00 im Frauentreffpunkt „Die Schmiede“ oder am 28.9.2010 von 18 bis 21:00 im Frauenzentrum „Schokofabrik“ statt.

Brief an Ilse Aigner und Sigmar Gabriel wegen Gentechnik-Verboten und -Zulassungen

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DRINGENDE AKTION: Gentechnik-Pflanzen in Europa verhindern!

In den nächsten Tagen stehen wichtige Entscheidungen in Brüssel an:

● Am 2. März soll die zwangsweise Aufhebung der Anbauverbote für Mon810 in Österreich und Ungarn vom Ministerrat abgesegnet werden.
● Bald danach müssen die Minister über zwei weitere Anbauverbote in Griechenland und Frankreich abstimmen.
● Die Kommission will ausserdem erstmals seit 1998 zwei neue Gentechnik-Maisssorten (bt11 von Syngenta und 1507 von Pioneer) zulassen

Für all diese Entscheidungen gilt: Nur eine 2/3 Mehrheit im Rat der Umweltminister kann sie noch stoppen. Bisher hat die Bundesregierung sich dazu nicht verbindlich geäussert. Schreiben Sie deshalb an Umweltminister Gabriel und Landwirtschaftsministerin Aigner und fordern Sie eine klare Stimme gegen Gentechnik!
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Auf der Webseite der Bantam Mais Aktion findet sich ein Email-Formular, dass bereits von mehr als 16000 Unterstützerinnen unterzeichnet wurde.

Feministisches Fahrradfahren im Frühling

Obwohl in den USA auch als Vordenkerin des „Pro Life Feminism“, sprich feministischer Abtreibungsgegnerinnen bekannt, hat die Frauenrechtlerin Susan B. Anthony der feministischen Sache doch einigen Dienst erwiesen. Abgesehen davon, dass sie sich 1872 als erste Frau entgegen geltendem Recht als Wählerin für die Präsidentschaftswahl registrieren ließ und dafür in einem öffentlichkeitswirksamen Prozess verurteilt wurde, hat sie der Nachwelt auch folgendes Zitat hinterlassen:

„I think [the bicycle] has done more to emancipate women than anything else in the world. It gives a woman a feeling of freedom and self-reliance. The moment she takes her seat she knows she can‘t get into harm unless she gets off her bicycle, and away she goes, the picture of free, untrammeled womanhood.“ [Zitat von Cycling Systers]

Der emanzipatorische Effekt des Fahrradfahrens zeigt sich insbesondere dann, wenn es Frauen ermöglicht, ihre Transportwege und damit ihre tägliche Arbeitslast enorm zu erleichtern. Projekte wie das Village-Bicycle-Projekt in Ghana arbeiten daher daran, Frauen sowohl das technische Knowhow als auch die Lust und den Mut zu vermitteln, um Geschlechterstereotypen zu durchbrechen, die Frauen das Radfahren in vielen Regionen dieser Welt erschweren, in denen das Fahrrad das am leichtesten zugängliche und praktischte Verkehrsmittel darstellt. Bedenken, Radfahren sei (zu) gefährlich, unschicklich, schwer zu erlernen oder würde Frauen auf dumme Gedanken bringen, können wirkungsvoll nur durch Vorbilder bekämpft werden: „we are convinced that it only takes one female cyclist or mechanic to begin the cultural shift“, so dass Village Bicycle Project. Ein kultureller Wandel allein wird aber nicht helfen, solange Frauen nicht über die Mittel verfügen, alleine oder in Kooperativen eigene Fahrräder anzuschaffen.

Im Norden bzw. Westen ist ein Fahrrad für die allermeisten Frauen ein erschwingliches Gut – ganz im Gegensatz zum Auto, das sich des öfteren in Männerhand befindet. Es muss sicher nicht extra erwähnt werden, dass Fahrradfahren im Gegensatz zur Fortbewegung in KFZ gleich welchen Alters klimafreundlich ist – an dieser Stelle sei daher auf die jüngste Aktion des VCD verwiesen, der eine Abwrackprämie für Fahrräder (und die Förderung von Bus- und Bahntickets) fordert.

Umweltprämie jetzt!

Nur die dummen Frauen sind gegen Atomenergie?

Die Propaganda für die weitere Nutzung der Atomenergie – vorgeblich zum Schutze des Klimas und der Armen (oder vielleicht doch eher der armen Energieindustrie?) – macht auch vor der Europäischen Kommission nicht halt. In dem gerade veröffentlichten „Eurobarometer Spezial: Einstellung zu radioaktiven Abfällen“ werden die Daten gedreht und gewendet, bis sie passen. Dabei wird mal eben die am besten gebildete Bevölkerungsgruppe zur Dümmsten gemacht, oder es wird nur noch die Meinung der über 55-jährigen gewertet – weil sie besser in die Pro-Atom-Botschaft passt.
Zitat: „Viertens scheinen Führungskräfte Kernenergie wahrscheinlicher positiv zu sehen als andere Berufsgruppen, während Hausfrauen und -männer wahrscheinlicher dagegen sind. Diese Unterscheidung ist folgerichtig, wenn man die Ergebnisse hinsichtlich Ausbildung und Geschlecht miteinbezieht: Führungskräfte sind oftmals männlich und haben eine gute Ausbildung und sind demzufolge der Kernenergie gegenüber positiver eingestellt, während Personen, die zu Hause bleiben oftmals Frauen mit einem niedrigen Ausbildungsniveau und dementsprechend eher dagegen sind.“
Nun ist zwar schon seit vielen Jahren bekannt, dass weiße Männer in hohen Führungspostionen diejenigen sind, deren Risikobewusstsein gegen Null tendiert – dummerweise sind das diejenigen, die über die Risiken entscheiden – aber dass gleichzeitig die Frauen mit ihrem hohem Risikobewusstsein und der entsprechend hohen Ablehnung der Atomenergie für dumm verkauft werden, ist neu. Nur ein Drittel der Frauen sprechen sich im europäischen Mittel für die Atomenergienutzung aus, während es 54% der Männer sind. Immerhin heißt das umgekehrt, dass auch 46% der Männer dumm sind – obwohl sie keine Hausmänner sind. Oder sollte sich deren Anteil plötzlich dramatisch erhöht haben?

Um nicht in der Polemik stecken zu bleiben, fordert genanet Frauenorganisationen zu einer Aktion auf: „Weitermachen! Frauen wollen den Atomausstieg“. Schickt uns ein Statement, zwei bis vier Sätze, in dem sich die Meinung eurer Frauenorganisation zur Atomkraft widerspiegelt. Wir möchten die Meinungen der Frauenorganisationen in der Öffentlichkeit und Politik sichtbar machen und werden die gesammelten Aussagen an die Kanzlerin und der Wirtschaftsminister schicken und, wenn es uns gelingt dafür noch etwas Geld zu sammeln, eine Anzeige veröffentlichen.
Weitere Informationen unter www.genanet.de

Muttis Ehrentag mal anders

„In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber […] etabliert“, so Wikipedia, wo die geneigte LeserIn auch die länderspezifischen Daten von circa 50 Muttertagen weltweit nachchecken kann – es gibt ja immer was zu feiern. Greenpeace USA hat sich für dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Am Muttertagswochende, das wie in Deutschland dieses Jahr auf Pfingsten fällt (11. Mai), organisiert Greenpeace landesweite Mommy Meetups, bei denen Mütter und Kinder Fotos und Handynachrichten als Botschaften für den Klimaschutz aufnehmen sollen, um diese zu veröffentlichen und PolitikerInnen zu schicken. Außerdem unterstützt Greenpeace alle, die selbst ein solches Meetup auf die Beine stellen möchten oder ein Treffen in ihrer Nähe suchen. Mit dieser Aktion knüpft Greenpeace an die Geschichte des Muttertags an, der entgegen anderslautenden Gerüchten seinen Ursprung tatsächlich in der britischen und angloamerikanischen Frauen- und Friedensbewegung des 19. Jahrhunderts hat und so wieder als Aktionstag für eine friedliche und nachhaltige Zukunft besetzt werden soll. Und nicht vergessen: wer was gegen den Klimawandel tun will, schenkt Mutti keine Importblumen, sondern eine Tafel gepa-Schokolade.
greenpeace
(c) Greenpaece USA

gendercc – Informationsplattform zu Gender und Klimaschutz/Klimawandel

Ist der Klimawandel geschlechtsneutral?“ fragte Prof. Ines Weller Ende letzten Jahres bei einem Vortrag – allein die Frage scheint Männer schon in ihren Grundfesten zu erschüttern, wenn man die Reaktionen darauf ernst nimmt. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Antwort lautet eindeutig: NEIN, der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral.
Seit Jahren schon setzt sich gendercc, das internationale Netzwerk von Frauen (und Männern) zu Klimagerechtigkeit (climate justice) und Geschlechtergerechtigkeit, dafür ein die Geschlechterverhältnisse bei den Debatten zum Klimaschutz / Klimawandel und bei der Entwicklung klimapolitischer Maßnahmen in den Blick zu nehmen. Nun hat das Netzwerk eine Informations- und Wissensplattform ins Netz gestellt, die dem wachsenden Interesse an der Thematik entgegenkommt. „Der Klimawandel betrifft doch alle Menschen gleich, wozu also die Bearbeitung des Themas aus der Genderperspektive“ ist eines der Argumente, die uns vor allem in Industrieländern immer wieder begegnen. Nein, der Klimawandel betrifft nicht alle gleich, er trifft die ärmsten Länder am härtesten und innerhalb aller Länder die armen Bevölkerungsschichten am stärksten. Und wer sind die Ärmsten der Armen, egal ob wir in Bangladesh oder in Deutschland gucken: na klar, die Frauen. Sie stellen weltweit 70% der Armen und sind damit am wenigsten in der Lage, sich zu schützen oder anzupassen. Aber Frauen sind nicht nur Opfer, sie tragen zum Klimawandel bei – vor allem in Industrieländern – wenn auch weniger und anders als Männer. Was aber am wichtigsten ist: Sie sind diejenigen, die sich für deutlichere Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen, die bereit sind, ihr Verhalten entsprechen zu ändern. Sicher klafft bei Frauen wie bei Männern eine große Lücke zwischen Lippenbekenntnissen und deren realen Umsetzung im Alltag – aber warum sie nicht beim Wort nehmen?
Ein Anliegen des Netzwerks gendercc ist es deshalb auch, Frauen selbst zu Wort kommen zu lassen, Positionen zu entwickeln und diesen Gehör zu verschaffen. Eine Grundlage dafür ist die Informationsplattform, die mitnichten fertig ist, sondern hoffentlich immer weiter mit Informationen, Kampagnen, Forschungsergebnissen gefüllt werden wird. Alle, die dazu beitragen wollen, sind herzlich willkommen. Die Plattform steht derzeit ausschließlich in englisch zur Verfügung, Informationen in deutsch liegen unter www.genanet.de/klimaschutz.html.

An die Töpfe, fertig, los…

Für alle Guerilla- und sonstigen GärtnerInnen wird es langsam – trotz Schneestürmen zu Ostern – Zeit, neue Pflanzenbabies heranzuziehen. Wem das Angebot an ökologischem Saatgut im Bioladen an der Ecke nicht abgefahren genug ist, der/die kann auch den kleinen Töpfen ein bisschen Gesellschaft leisten und derweil in den seitenlangen Katalogen der Versandgärtnereien schmökern. Zu empfehlen sind zum Beispiel die Gärtnerei Strickler, die auf Wildpflanzen spezialisiert ist, oder der Saatgutversand von Ulla Grall. Auf den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. VERN hab ich ja schonmal hingewiesen. An sich ist uns ja allen klar, dass Samen ökologisch erzeugt werden sollten, aber falls eine Argumentationshilfe für die Agitation von NachbarInnen und Bekannten nötig wird, bietet der Bund Naturschutz in Bayern eine gute Seite zum naturgemäßen Gärtnern. Und Save our Seeds starten dieses Jahr wieder ihre Bantam-Mais-Aktion: Gentechnikfreien Mais in alle Balkonkästen!

Weitere Versandhändler:
Bingenheimer Saatgut AG
Dreschflegel e. V.
Bioland Hof Jeebel

und das sind Irinas Tomaten:

(c) 2003 by Irinas-Tomaten

Guerillagärtnern gentrifiziert?

Eine Ankündigung des Seminars für angewandte Unsicherheit [SaU] in Berlin:


Do 7.2.
19 uhr
Sbz Krähenfuss
Hauptgebäude der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, Ostflügel Erdgeschoss

INFO & DISKUSSION:
Guerilla Gardening im Dienst der Gentrification ?

Hübsche Baumscheiben, freundliche Gemeinschaftsgärten überall, zumindest in Berlin ist diese Form der subkulturellen und längst auch offiziellen Stadtrenaturierung und der Teilselbstversorgung gerade sehr en vogue.
Ist Guerilla Gardening eine geeignete Strategie zur Wiederaneignung öffentlichen Raumes? Warum bedarf es überhaupt einer Selbstversorgung in der Stadt? Und zu wieviel Gentrification verhelfen wir unseren Wohnumfeldern damit aus eigener, selbstorganisierter Kraft?
Am Beispiel des Nachbarschaftsgarten Rosa Rose werden nach kurzer Projektpräsentation diesen Fragen diskutiert.

mehr Infos
zu Guerrilla Gardening auch auf gruenewelle.org
zu urbaner Landwirtschaft auf urbanacker.net


Sünden zur Weihnachtszeit

„Sogar jeder siebte Single tröstet sich mit flackernden Kerzen am Jahresendbaum über die dunkelsten Tage des Jahres hinweg“ – vermeldet das ROBIN WOOD-Magazin 4/2001 im Öko-Knigge zum Weihnachtsbaumkauf. Erwischt. Offenbar gibt es doch eine bessere Datenlage zum Umweltverhalten als gedacht. Zumindest in punkto Weihnachtsbaum, was doch – zumindest für Alleinlebende – ein ziemlich intimes Thema ist. Ja, ich werde mir einen Weihnachtsbaum kaufen. Dabei bin ich Weihnachten gar nicht sonderlich deprimiert. Der Baum gibt eine prima Kulisse ab für alles, was ich Weihnachten so tue und lasse. Riecht gut. Man kann Kerzen dran tun, dann hat man eine nette Beleuchtung, z.B. bei Stromsperren oder falls renommierte Klimaschutzexperten wie die BILD-Zeitung über die Feiertage weitere Protestaktionen planen sollten. Mir ist das nicht mal wirklich peinlich. Wenn da nicht noch dieses Umweltproblem wäre. Zum Glück wurde der nachhaltige Konsum erfunden. Also: Bitte alle auf das FSC-Siegel achten und keine Import-Bäume aus Kanada kaufen. Standard-Weihnachtsbäume sind böse und giftig. Aber auch Öko-Weihnachtsbäume (Bezugsquellenliste hier bei ROBIN WOOD) sind natürlich eigentlich immer noch tote Bäume. Es sei denn, man leiht sie sich bloß aus. Naja, vielleicht nächstes Jahr… Frohe Weihnachten!