Archiv der Kategorie 'Technik'

Fellowships in Wien für 2009

Das Institute for Advanced Studies in Science, Technology and Society (IAS-STS), angesiedelt beim Inter-University Research Centre for Technology, Work and Culture (IFZ) in Wien sucht Menschen, die zu Technik & Gesellschaft forschen (und denen die fachspezifische Freude an Abkürzungen keine Angst macht). Noch bis zum 31. Dezember können Bewerbungen für das fellowship-Programm 2009 eingereicht werden. Themen sind unter anderem „Gender – Technology – Environment“, „Energy & Climate“ sowie „Information and Communication Technologies“. Nähere Infos auch hier bei der Uni Wien.

Nur die dummen Frauen sind gegen Atomenergie?

Die Propaganda für die weitere Nutzung der Atomenergie – vorgeblich zum Schutze des Klimas und der Armen (oder vielleicht doch eher der armen Energieindustrie?) – macht auch vor der Europäischen Kommission nicht halt. In dem gerade veröffentlichten „Eurobarometer Spezial: Einstellung zu radioaktiven Abfällen“ werden die Daten gedreht und gewendet, bis sie passen. Dabei wird mal eben die am besten gebildete Bevölkerungsgruppe zur Dümmsten gemacht, oder es wird nur noch die Meinung der über 55-jährigen gewertet – weil sie besser in die Pro-Atom-Botschaft passt.
Zitat: „Viertens scheinen Führungskräfte Kernenergie wahrscheinlicher positiv zu sehen als andere Berufsgruppen, während Hausfrauen und -männer wahrscheinlicher dagegen sind. Diese Unterscheidung ist folgerichtig, wenn man die Ergebnisse hinsichtlich Ausbildung und Geschlecht miteinbezieht: Führungskräfte sind oftmals männlich und haben eine gute Ausbildung und sind demzufolge der Kernenergie gegenüber positiver eingestellt, während Personen, die zu Hause bleiben oftmals Frauen mit einem niedrigen Ausbildungsniveau und dementsprechend eher dagegen sind.“
Nun ist zwar schon seit vielen Jahren bekannt, dass weiße Männer in hohen Führungspostionen diejenigen sind, deren Risikobewusstsein gegen Null tendiert – dummerweise sind das diejenigen, die über die Risiken entscheiden – aber dass gleichzeitig die Frauen mit ihrem hohem Risikobewusstsein und der entsprechend hohen Ablehnung der Atomenergie für dumm verkauft werden, ist neu. Nur ein Drittel der Frauen sprechen sich im europäischen Mittel für die Atomenergienutzung aus, während es 54% der Männer sind. Immerhin heißt das umgekehrt, dass auch 46% der Männer dumm sind – obwohl sie keine Hausmänner sind. Oder sollte sich deren Anteil plötzlich dramatisch erhöht haben?

Um nicht in der Polemik stecken zu bleiben, fordert genanet Frauenorganisationen zu einer Aktion auf: „Weitermachen! Frauen wollen den Atomausstieg“. Schickt uns ein Statement, zwei bis vier Sätze, in dem sich die Meinung eurer Frauenorganisation zur Atomkraft widerspiegelt. Wir möchten die Meinungen der Frauenorganisationen in der Öffentlichkeit und Politik sichtbar machen und werden die gesammelten Aussagen an die Kanzlerin und der Wirtschaftsminister schicken und, wenn es uns gelingt dafür noch etwas Geld zu sammeln, eine Anzeige veröffentlichen.
Weitere Informationen unter www.genanet.de

Zeitschriften ausprobieren

Das internationale Verlagshaus Sage bietet noch bis zum 30. November freien Zugang zu verschiedenen englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich Gender Studies. BenutzerInnen, die sich hier registrieren, können uneingeschränkt pdf-Dokumente von aktuellen und älteren Ausgaben herunterladen. Im free trial sind unter anderem Gender, Technology and Development und Feminist Theory.

SeminarteilnehmerInnen gesucht

Das Projekt GINUT (Gender in der Naturwissenschaft & Technik) an der TU Berlin sucht noch Teilnehmerinnen für das genderLab!: ein Seminar zu Gender Mainstreaming in den Prozesswissenschaften. Wie immer bei GINUT soll viel praktisch und im Team gearbeitet werden. Möglich ist z. B., einen Gender Action Plan für einen konkreten EU- Forschungsantrag zu erstellen oder eine Genderanalyse der Studiensituation am eigenen Studiengang durchzuführen. Mitmachen können Studierende der Ingenieur-, Technik und Naturwissenschaften, der Gender Studies und alle sonstigen Interessierten. Genauere Infos gibts im genderLab!