Wahlversprechen – für wen?

Okay, es überrascht nicht wirklich, dass bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen wurde. Wie lange, was mit der 1 Million Gewinn pro Tag und Atomkraftwerk passiert – alles offen. Angeblich muss erst ein Gesamtenergiekonzept erstellt werden, bevor man sich dazu äußert. Aber vielleicht ist es doch die Befürchtung, die WählerInnen könnten das nicht goutieren und bei der NRW-Wahl die Rechnung präsentieren.
Es ist ja auch unglaublich: da wird vier (!) Energiekonzernen im Wahlkampf das Versprechen auf enorme Gewinne gegeben – und das gehört dann zu den Versprechen, die auch eingehalten werden. Gleichzeitig wird durch vorschnelle Reduzierung der Einspeisevergütungen für Erneuerbare dieser Wirtschaftszweig (ganz nebenbei eigentlich das FDP-Klientel, der Mittelstand) ausgehebelt.
Atomenergie soll nur vorübergehend eine Rolle spielen, sie wird als Brückentechnologie gebraucht, bis die Erneuerbaren soweit sind – gibt es eigentlich noch Menschen, die diese Ammenmärchen glauben? Das ist doch längst widerlegt, ich erinnere mich, dass der Leiter des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark nach einem der mehr als heiklen ‚Stör‘fälle in einem Interview sagte: Man müsse jetzt die Entscheidung treffen, ob man Nuklaer oder Erneuerbare wolle, beiden zusammen ginge nicht und sei Augenwischerei. Man müsse entscheiden, in welche Richtung das Geld für Forschung und Ausbildung fließe, weil man es eben nur einmal ausgeben könne.
Und vielleicht muss man auch endlich mal entscheiden, dass die Betreiber von Atomkraftwerken die Risiken tragen – dann würden sich alle weiteren Diskussionen ganz schnell erledigen.