Archiv für Oktober 2009

Don‘t nuke the climate

Bitte den „Verstrahlt das Klima nicht“ Appell unterzeichnen.
Der Appell wendet sich an die EntscheidungsträgerInnen und VerhandlerInnen der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 und wird dort auch überreicht.
Der Klimawandel und seine Konsequenzen sind heute nicht mehr zu leugnen. Im Dezember 2009 müssen die Regierenden der ganzen Welt zu einer neuen Klimavereinbarung finden. Es müssen dringend die erforderlichen Maßnahmen für eine drastische Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ergriffen werden – unsere Zukunft steht auf dem Spiel!
Das derzeitige Kyoto-Protokoll schließt – zu Recht – die Kernkraft als Lösungen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen aus. Die Atomindustrie übt jedoch zusammen mit bestimmten Ländern großen Druck aus, damit diese gefährliche und umweltschädliche Technologie das Prädikat „sauber“ erhält und damit einen Platz in der nächsten Klimavereinbarung!
Damit würden für die Kernenergie beträchtliche öffentliche Gelder frei… und das zulasten der echten Lösungen! Hätte dieser Taschenspielertrick Erfolg, würde dies das Aus für den Kampf gegen den Klimawandel bedeuten und den Weg für die weltweite Expansion der Kernenergie mit all ihren Risiken bereiten.
Bitte an Freunde und Aktive weiterschicken.

Deutschland fällt zurück

Vorgestern, also am 27. Oktober 2009, wurde der aktuelle Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits das vierte Jahr in Folge fällt Deutschland zurück. Sahen wir uns 2006 noch auf Rang 5 – zugegebenermaßen fragten wir uns damals, wie wir das geschafft haben – liegen wir nun auf Rang 12. Überrundet von Südafrika auf Rang 6, Philippinen auf Rang 9, Lesotho auf Rang 10. Kritisiert wir von den HerausgeberInnen vor allem der mangelnde Fortschritt im Bereich Partizipation in Politik und Wirtschaft. Da sind wir doch ausnahmsweise mal einer Meinung mit dem Weltwirtschaftsforum.
Untersucht werden in den jährlichen Berichten die Bereiche (in Klammer der Rang von Deutschland) ökonomische Partizipation (Rang 37), Bildung (Rang 49), Gesundheit (Rang 60) und politisches Empowerment (Rang 13). Wie Deutschland es trotzt dieser haarsträubenden Bewertung auf Platz 12 geschafft hat, erschließt sich nicht so richtig.
Führend ist erstmalig Island vor Finnland und Norwegen, Schweden liegt auf Platz 4. Die weltweite Spitze ist also fest in skandinavischer Hand, wobei Island in dieser Hinsicht vermutlich von der Finanzkrise und dem Staatsbankrott profitiert hat, der die Frauen an die Spitze gespült hat..

Wahlversprechen – für wen?

Okay, es überrascht nicht wirklich, dass bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen wurde. Wie lange, was mit der 1 Million Gewinn pro Tag und Atomkraftwerk passiert – alles offen. Angeblich muss erst ein Gesamtenergiekonzept erstellt werden, bevor man sich dazu äußert. Aber vielleicht ist es doch die Befürchtung, die WählerInnen könnten das nicht goutieren und bei der NRW-Wahl die Rechnung präsentieren.
Es ist ja auch unglaublich: da wird vier (!) Energiekonzernen im Wahlkampf das Versprechen auf enorme Gewinne gegeben – und das gehört dann zu den Versprechen, die auch eingehalten werden. Gleichzeitig wird durch vorschnelle Reduzierung der Einspeisevergütungen für Erneuerbare dieser Wirtschaftszweig (ganz nebenbei eigentlich das FDP-Klientel, der Mittelstand) ausgehebelt.
Atomenergie soll nur vorübergehend eine Rolle spielen, sie wird als Brückentechnologie gebraucht, bis die Erneuerbaren soweit sind – gibt es eigentlich noch Menschen, die diese Ammenmärchen glauben? Das ist doch längst widerlegt, ich erinnere mich, dass der Leiter des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark nach einem der mehr als heiklen ‚Stör‘fälle in einem Interview sagte: Man müsse jetzt die Entscheidung treffen, ob man Nuklaer oder Erneuerbare wolle, beiden zusammen ginge nicht und sei Augenwischerei. Man müsse entscheiden, in welche Richtung das Geld für Forschung und Ausbildung fließe, weil man es eben nur einmal ausgeben könne.
Und vielleicht muss man auch endlich mal entscheiden, dass die Betreiber von Atomkraftwerken die Risiken tragen – dann würden sich alle weiteren Diskussionen ganz schnell erledigen.