Grüner Atomstrom???

Gestern abend in Arte: ‚Grün ist die Hoffnung‘ war das Motto des Arte Themenabends. Mitten drin die 45-minütige Dokumentation „Atomkraft auf Ökotrip“, die sich laut Arte-Text „nüchtern, informativ und ausgewogen mit der Energie auseinander setzt, die seit Tschernobyl Schreckensbilder hervorruft.“ Nüchtern? Ausgewogen? Kein/e einzige/r Atomkraftgegner/in kam zu Wort, dafür Ex-Grüne und Ex-Greenpeaceler die zur Atomkraft konvertiert sind und vor allem Vertreter/innen der französischen Atomindustrie.
Der Tenor: Auch Computer verursachen Giftmüll, der bis in alle Ewigkeit giftig bleibt. Deshalb verzichtet niemand auf Computer. Bei der Radioaktivität nimmt die Giftigkeit dagegen ab, bis sie irgendwann gegen Null geht – warum sollten wir also darauf verzichten? sagt Mark Lynar. Ja, das Risiko einer Explosion und radioaktive Verseuchung besteht – aber es ist gering und lässt sich kontrollieren… , ergänzt Chris Goodall.
Quer durch Europa scheint die Front gegen Atomkraft zu bröckeln, so der Tenor der Sendung. Da scheinen die AutorInnen doch irgendwie in einer anderen Welt zu leben. Vielleicht in der von Anne Lauvergeon, Vorstandsvorsitzende von AREVA (französicher Atomkonzern), die ihr Unwissen hemmungslos zur Schau stellt: „Wenn Sie eine Welt wollen, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien beruht, dann können Sie den Fernseher nur anmachen, wenn es windig ist“.
Das ist nicht nur nicht ausgewogen, sondern schlicht dumm. Dass Arte als deutsch-französischer Sender Pro-Atom argumentiert, ist bekannt. Dass sie aber gezielt Volksverdummung betreiben, war mir neu. Ein einziges Ärgernis.
Wer sich seine Dosis Ärger abholen möchte, kann das hier tun.