Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl steht fest und auch wenn ich es vorher nicht glauben wollte: es wird eine schwarz-gelbe Koalition geben. Die beiden einzigen Pro-Atomenergie-Parteien, die im Bundestag vertreten sind, werden die Regierung bilden.
Eine schwarz-gelbe Regierung wird in den nächsten vier Jahren über die Atompolitik in Deutschland zu entscheiden haben. Das heißt, zwei Pro-Atom-Parteien verhandeln miteinander und mit der Atomlobby darüber, wie die Zukunft der Atomenergie gestaltet wird. Das kann ja nicht gut gehen! Jetzt müssen also wir dafür sorgen, dass der vereinbarte Atomausstieg beibehalten bleibt. Denn es gibt zwar eine Mehrheit für schwarz-gelb, aber nicht für Laufzeigverlängerungen, die lehnt die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor ab.
Die Positionen sind also klar und nun ist jede einzelne Atomkraftgegnerin gefragt aktiv zu werden. Vielleicht ist das Wahlergebnis ja auch eine Chance für die Anti-Atom-Bewegung, denn jetzt kann niemand behaupten, da sei ja schon eine atomkritische Partei in der Regierung, die werde das schon richten. Von alleine wird die zukünftige Regierung keine Kernkraftwerke abschalten, dazu braucht sie uns.
In den nächsten Monaten wollen wir aktiv werden, Möglichkeiten zum Protest gibt es viele. Die Koalitionsverhandlungen müssen kritisch begleitet werden. Sollte es zu neuen Verhandlungen mit der Atomindustrie kommen, müssen wir uns einmischen. Wir können unsere Abgeordneten immer wieder daran erinnern, dass wir, ihre Wählerinnen, erwarten, dass sie sich für einen schnellen Ausstieg einsetzen. Mit kreativen Aktionen und Protesten können wir an den vielen Schwachstellen der Atomenergieproduktion (fehlende Möglichkeiten der Müllentsorgung, Pannenreaktoren, gefährliche und giftige Urangewinnung usw.) unsere Meinung demonstrieren und so die Verlängerung von Laufzeiten „politisch nicht durchsetzbar“ machen.
Unter www.frauengegenatom.de können Sie sich über aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und Aktionsmöglichkeiten informieren.
Archiv für September 2009
Gestern abend in Arte: ‚Grün ist die Hoffnung‘ war das Motto des Arte Themenabends. Mitten drin die 45-minütige Dokumentation „Atomkraft auf Ökotrip“, die sich laut Arte-Text „nüchtern, informativ und ausgewogen mit der Energie auseinander setzt, die seit Tschernobyl Schreckensbilder hervorruft.“ Nüchtern? Ausgewogen? Kein/e einzige/r Atomkraftgegner/in kam zu Wort, dafür Ex-Grüne und Ex-Greenpeaceler die zur Atomkraft konvertiert sind und vor allem Vertreter/innen der französischen Atomindustrie.
Der Tenor: Auch Computer verursachen Giftmüll, der bis in alle Ewigkeit giftig bleibt. Deshalb verzichtet niemand auf Computer. Bei der Radioaktivität nimmt die Giftigkeit dagegen ab, bis sie irgendwann gegen Null geht – warum sollten wir also darauf verzichten? sagt Mark Lynar. Ja, das Risiko einer Explosion und radioaktive Verseuchung besteht – aber es ist gering und lässt sich kontrollieren… , ergänzt Chris Goodall.
Quer durch Europa scheint die Front gegen Atomkraft zu bröckeln, so der Tenor der Sendung. Da scheinen die AutorInnen doch irgendwie in einer anderen Welt zu leben. Vielleicht in der von Anne Lauvergeon, Vorstandsvorsitzende von AREVA (französicher Atomkonzern), die ihr Unwissen hemmungslos zur Schau stellt: „Wenn Sie eine Welt wollen, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien beruht, dann können Sie den Fernseher nur anmachen, wenn es windig ist“.
Das ist nicht nur nicht ausgewogen, sondern schlicht dumm. Dass Arte als deutsch-französischer Sender Pro-Atom argumentiert, ist bekannt. Dass sie aber gezielt Volksverdummung betreiben, war mir neu. Ein einziges Ärgernis.
Wer sich seine Dosis Ärger abholen möchte, kann das hier tun.
Wir haben ein neues Projekt gestartet: „Frauen im Widerstand gegen Atomenergie“.
Zahlreiche Untersuchen belegen, dass Frauen vermehrt die Nutzung der Atomenergie ablehnen. Dafür haben sie gute und richtige Gründe: technologische und gesundheitliche Risiken, ungelöste Probleme, wie die Lagerung des Atommülls oder die Zerstörung und Verseuchung ganzer Landstriche durch den Uranabbau.
Ziel unseres Projektes ist es, Frauen, die zwar der Atomenergie gegenüber kritisch eingestellt sind, dies aber bisher nicht öffentlich sichtbar gemacht haben, Handlungsoptionen und Aktionsmöglichkeiten zu ermöglichen. Wir wollen Frauen in die Lage versetzen, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen und mit kleinen oder größeren Schritten aktiv zu werden. Wir wollen aber auch Frauen, die schon in einer Bewegung gegen Atomenergie aktiv sind, die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen und weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.
Damit unser Vorhaben ein Erfolg wird, brauchen wir eure Hilfe, denn der Kampf gegen Atomenergie kann nur gelingen, wenn viele mitmachen und sich aktiv einmischen.
Außerdem bieten wir die Möglichkeit mit der „Aufgabe des Monats“ in kleinen Schritten dem Atomausstieg ein Stück näher zu kommen. Macht mit!
Weitere Informationen findet ihr unter: www.frauengegenatom.de
In weniger als drei Wochen steht die Bundestagswahl ins Haus – und wir rufen alle Frauen auf: wählt atomstromfrei! Wie bereits bei den vergangenen Wahlen können wir auch diesmal wieder ein Zeichen setzen: Mit uns nicht! Wie oft haben wir bei der wunderbaren Demo am 5.9.09 gegen Atomenergie die Frage gehört „habt ihr gedacht, dass wir nochmal gegen Atomenerige demonstrieren müssen?“ Nein, haben wir nicht. Vertrag ist Vertrag, wenn er auch nur suboptimal ist, dachten wir. Reichlich naiv, wie sich in den letzten Jahren rausstellte.
Deshalb haben wir auch ein neues Projekt gestartet, das Frauen motivieren soll, ihre Stimmen gegen Atomenergie wieder lauter werden zu lassen. Mit lokalen Aktionen, Beiträgen zur „Aufgabe des Monats“ und Schwerpunktthemen hoffen wir, bald viel von Frauen gegen Atomenergie zu hören.