Archiv für April 2008

Muttis Ehrentag mal anders

„In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber […] etabliert“, so Wikipedia, wo die geneigte LeserIn auch die länderspezifischen Daten von circa 50 Muttertagen weltweit nachchecken kann – es gibt ja immer was zu feiern. Greenpeace USA hat sich für dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Am Muttertagswochende, das wie in Deutschland dieses Jahr auf Pfingsten fällt (11. Mai), organisiert Greenpeace landesweite Mommy Meetups, bei denen Mütter und Kinder Fotos und Handynachrichten als Botschaften für den Klimaschutz aufnehmen sollen, um diese zu veröffentlichen und PolitikerInnen zu schicken. Außerdem unterstützt Greenpeace alle, die selbst ein solches Meetup auf die Beine stellen möchten oder ein Treffen in ihrer Nähe suchen. Mit dieser Aktion knüpft Greenpeace an die Geschichte des Muttertags an, der entgegen anderslautenden Gerüchten seinen Ursprung tatsächlich in der britischen und angloamerikanischen Frauen- und Friedensbewegung des 19. Jahrhunderts hat und so wieder als Aktionstag für eine friedliche und nachhaltige Zukunft besetzt werden soll. Und nicht vergessen: wer was gegen den Klimawandel tun will, schenkt Mutti keine Importblumen, sondern eine Tafel gepa-Schokolade.
greenpeace
(c) Greenpaece USA

Atomenergie dient weder der Gesellschaft noch dem Klimaschutz

26. April 2008: 22. Jahrestag von Tschernobyl

22 Jahre liegt die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zurück – scheinbar lang genug, um die Atomkraft wieder zu diskutieren, AKW-Störfälle kleinzureden, die Risiken ad acta zu legen und sie gar als Retterin vor dem gefährlichen Klimawandel darzustellen. Jahrestage dienen dem Erinnern, gut so: denn die Atomkraft ist eine Risikotechnologie, die nicht der Gesellschaft und dem Klimaschutz dient. Viele Menschen erkennen die zweifelhafte PR der Atom-Lobby und lehnen die Atomenergie ab. Hierbei gehören Frauen zu den stärksten Kritikerinnen, wie Untersuchungen immer wieder belegen. Ihre höhere Risikosensibilität, ihre Kritik und ihre vorsorgenden Sichtweisen sind jedoch bis heute ein Potenzial, das nicht genutzt wird. Die Herausforderung der Geschlechtergerechtigkeit bei der Planung nachhaltiger Energieversorgung und beim Klimaschutz bleibt.

„Wir schöpften aus einem größeren Ideenpool, falls wir beide Sichtweisen – die der Frauen und die der Männer – bei Umweltgefahren, wie beispielsweise dem Klimawandel oder der Zerstörung der Artenvielfalt, besser berücksichtigen würden. Anderenfalls verlören wir nicht nur Ideen, Lösungsvorschläge und Visionen, sondern auch Unterstützung für eine starke Umweltpolitik.“
Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, in der genanet-Broschüre „weiblich, männlich, nachhaltig. Aufbruch in eine geschlechtergerechte Zukunft“

Der Jahrestag von Tschernobyl ist ein guter Anlass, die Atomenergie persönlich hinter sich zu lassen und den Stromanbieter zu wechseln: www.atomausstieg-selber-machen.de

Zum Weiterlesen: genanet / Ulrike Röhr: 20 Jahre Tschernobyl. Frauen aktiv gegen Atomenergie – wenn aus Wut Visionen werden. BoD Norderstedt 2006.

Hinaus zum 1. Mai….

…denn da ist der 2nd International Sunflower Guerilla Day!! Mehr dazu bei den Brussels Farmers, GuerillagärtnerInnen aus Brüssel….

gendercc – Informationsplattform zu Gender und Klimaschutz/Klimawandel

Ist der Klimawandel geschlechtsneutral?“ fragte Prof. Ines Weller Ende letzten Jahres bei einem Vortrag – allein die Frage scheint Männer schon in ihren Grundfesten zu erschüttern, wenn man die Reaktionen darauf ernst nimmt. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Antwort lautet eindeutig: NEIN, der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral.
Seit Jahren schon setzt sich gendercc, das internationale Netzwerk von Frauen (und Männern) zu Klimagerechtigkeit (climate justice) und Geschlechtergerechtigkeit, dafür ein die Geschlechterverhältnisse bei den Debatten zum Klimaschutz / Klimawandel und bei der Entwicklung klimapolitischer Maßnahmen in den Blick zu nehmen. Nun hat das Netzwerk eine Informations- und Wissensplattform ins Netz gestellt, die dem wachsenden Interesse an der Thematik entgegenkommt. „Der Klimawandel betrifft doch alle Menschen gleich, wozu also die Bearbeitung des Themas aus der Genderperspektive“ ist eines der Argumente, die uns vor allem in Industrieländern immer wieder begegnen. Nein, der Klimawandel betrifft nicht alle gleich, er trifft die ärmsten Länder am härtesten und innerhalb aller Länder die armen Bevölkerungsschichten am stärksten. Und wer sind die Ärmsten der Armen, egal ob wir in Bangladesh oder in Deutschland gucken: na klar, die Frauen. Sie stellen weltweit 70% der Armen und sind damit am wenigsten in der Lage, sich zu schützen oder anzupassen. Aber Frauen sind nicht nur Opfer, sie tragen zum Klimawandel bei – vor allem in Industrieländern – wenn auch weniger und anders als Männer. Was aber am wichtigsten ist: Sie sind diejenigen, die sich für deutlichere Maßnahmen zum Klimaschutz einsetzen, die bereit sind, ihr Verhalten entsprechen zu ändern. Sicher klafft bei Frauen wie bei Männern eine große Lücke zwischen Lippenbekenntnissen und deren realen Umsetzung im Alltag – aber warum sie nicht beim Wort nehmen?
Ein Anliegen des Netzwerks gendercc ist es deshalb auch, Frauen selbst zu Wort kommen zu lassen, Positionen zu entwickeln und diesen Gehör zu verschaffen. Eine Grundlage dafür ist die Informationsplattform, die mitnichten fertig ist, sondern hoffentlich immer weiter mit Informationen, Kampagnen, Forschungsergebnissen gefüllt werden wird. Alle, die dazu beitragen wollen, sind herzlich willkommen. Die Plattform steht derzeit ausschließlich in englisch zur Verfügung, Informationen in deutsch liegen unter www.genanet.de/klimaschutz.html.

17. April: Internationaler „La Via Campesina“ Aktionstag in/ bei Berlin

+ + Ab 9. April in Berlin + +
Biodiversitätsfenster bei „Kraut und Rüben“ (Oranienstr. 15)
Bücherauswahl bei Oh 21 (Oranienstr. 21)
Ausstellung zu Via Campesina im Cafe Morgenrot (Kastanienallee 85)

+ + 13. April in Falkenberg + +
14 Uhr Fahrraddemo und Aktion auf einem Genversuchsfeld ab Bahnhof Falkenberg/Elster (Brandenburg)

+ + 16. April in Berlin + +
14 Uhr Infoveranstaltung zu Via Campesina/ zum Aktionstag im „Flora Soft“/ Landwirtschaftliche Gärtnerische Fakultät (Invalidenstr. 42)
19.30 Uhr Infoveranstaltung „Biosprit macht Hunger“ im LUX (Schlesischestr. 41)

+ + 17. April in Berlin + +
12.30 Uhr Protestaktion: Tankstelle Ecke Görlitzer- /Skalitzerstr.
13.30 Uhr Fest am Heinrichplatz: Film, Musik, Vokü und Infos

Mehr Informationen: www.viacampesina.org + + + www.g8-landwirtschaft.net