Klimaschutz braucht Frauenpower!

Die Klimakrise überwinden – Geschlechtergerechtigkeit umsetzen

Auch wenn die internationalen Klimaverhandlungen nur mühsam voranschreiten, ein Blick aus der Geschlechterperspektive macht deutlich, dass in den letzten Jahren Fortschritte erzielt wurden. Geschlechtergerechtigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche und nachhaltig wirksame Klimaprojekte. Diese Erkenntnis setzt sich international langsam durch.

Bei einer Tagung am 16. November 2010 in Bonn soll beleuchtet werden, welche Rolle Geschlechtergerechtigkeit bei Klimaschutz- und Anpassungsprogrammen spielen. Es soll über Erfolge und Hindernisse bei der Integration von Frauen- und Geschlechteraspekten in klimapolitischen Maßnahmen informiert und diskutiert werden. Dazu beziehen Vertreterinnen von Bundesministerien, Entwicklungsorganisationen und Frauenverbänden Stellung. Bewertet werden die Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit von Frauen aus anderen Ländern. Eine Vertreterin von CARE Bangladesh wird darüber berichten, wie sie vor Ort dem Klimawandel begegnen, Ergebnisse einer Studie aus Afrika zeigen die Auswirkungen auf Landwirtschaft und das Überleben von Frauen und Männern, eine Vertreterin des britischen Entwicklungsministeriums vergleicht, wie in anderen Ländern Geschlechteraspekte bei der Finanzierung von Klimaprojekten und Klimaprogrammen berücksichtigt werden.

Die nächste Runde der internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz in Cancún steht unmittelbar bevor. Kaum jemand erwartet, dass hier der große Wurf – das umfassende Klimaschutzabkommen mit verbindlichen Emissionsminderungen und Zusagen für Finanzhilfen – erzielt wird. Aber es gibt die Hoffnung, dass sich die beteiligten Länder zumindest zu einzelnen Themenbereichen einigen können und damit ein Durchbruch bei den nicht erst seit der COP15 in Kopenhagen blockierten Verhandlungen erreicht wird.

Die Tagung findet am 16.11.2010 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn statt. Sie wird gemeinsam von genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit und WOMNET durchgeführt. Kooperationspartner ist das internationale Netzwerk GenderCC – Women for Climate Justice.

Weitere Informationen und das Programm

Frauenpower gegen Atomenergie

Am 18. September 2010 demonstrieren wir in Berlin gegen die Atompolitik der Regierung und Großkonzerne. Atomkraft: Schluss jetzt! Die Uhr bis zur endgültigen Entscheidung über unsere Zukunft tickt und es ist Zeit ein deutliches Zeichen zu setzen gegen die Pläne der Politiker die alten Krisen-AKW noch weiter laufen zu lassen.

Komm zu unserem Frauenblock auf der Demo und zeig Deine Meinung gegen Atomkraft.
Sei laut,
sei kritisch,

sei radioAktiv

Mach mit bei unserem Bannerwettbewerb, triff nette Leute, bring Deine Freund_innen mit und setze mit uns ein Zeichen gegen den Atomwahnsinn.

Am 2.9. und am 15.9 2010 jeweils um 18:00 findet ein offenes Planungstreffen zum Ideenaustausch und zur Vorbereitung von Frauenaktionen mit der Aktionskünstlerin Elisa statt. Infos zum Treffpunkt und der weiteren Organisation gibt’s auch auf unserer Webseite www.frauengegenatom.de.

Stromwechsel leicht gemacht

Wir wissen aus vielen Untersuchungen, dass die große Mehrheit der Frauen sich vehement gegen Atomenergie ausspricht. Nur schade, dass die Kluft zwischen Einstellung und Verhalten doch sehr groß ist. Dabei ist es so einfach: der Wechsel zu Ökostrom ist eine sinnvolle Sache und einer der unaufwändigsten Schritte auf dem Weg in eine atomstromfreie Zukunft. Richtig wirkungsvoll wird der Stromwechsel dann, wenn viele VerbraucherInnen den Schritt weg von den großen Energieversorgern machen und zu unabhängigen Ökostromanbietern wechseln, denn dann bekommen die Atomkonzerne die Konsequenzen ihrer Politik richtig zu spüren.
Die Erfahrung zeigt aber, dass sich die meisten Menschen mit dem konkreten Wechsel schwer tun. Sei es, weil sie eine Versorgungslücke befürchten oder nicht wissen, ob der Ökostrom ‚echt’ ist, verwirrende Tarife, widersprüchliche Werbebotschaften tun ein übriges – oder es kommt immer wieder „etwas dazwischen“.
Um Frauen den Wechsel des Stromanbieters zu erleichtern, bieten wir Stromwechseltrainings an, bei denen über die Grundlagen von Ökostrom und wie man den „richtigen“ Anbieter erkennt und wie der Stromwechsel vonstatten geht informiert wird; aber auch darüber, wie man trotz vermeintlich teurerem Ökostrom Geld sparen kann. Im Gespräch mit Expertinnen können offene Fragen geklärt werden.
Die nächsten Ökostromtrainings für Frauen finden am 8.9.2010 von 17-20:00 im Frauentreffpunkt „Die Schmiede“ oder am 28.9.2010 von 18 bis 21:00 im Frauenzentrum „Schokofabrik“ statt.

Deprimiernd: Umweltpreise zum 25. jährigen Bestehen von B.A.U.M.

Im Rahmen der Jubiläumstagung zum 25-jährigen Bestehen des Unternehmensverbandes „Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V.“ (B.A.U.M e.V.) wurden 9 Unternehmer, Wissenschaftler und Personen des öffentlichen Lebens – ausschließlich Männer – für ihr langjähriges Engagement im Umweltschutz geehrt. „Alle Preisträger stehen für herausragende Leistung und Engagement im Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften. Sie setzen sich eindrucksvoll für den Umweltschutz ein und sind Vorbild für eine zukunftsorientierte Lebens- und Wirtschaftsweise“ zitiert das BMU in seiner Pressemitteilung die Parlamentarische Staatssekretärin Katharina Reiche.
25 Jahre B.A.U.M – einige Jahre mehr der Bemühungen, die Gleichstellung der Geschlechter in Unternehmen zu verankern, oder Gender Mainstreaming in der Umweltpolitik umzusetzen – und immer noch werden Umweltpreise, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ausschließlich an Männer verliehen. Da nützt es auch wenig, wenn die Vorbilder für zukunftsorientierte Lebensweise überdurchschnittlich oft weiblich sind, oder die erfolgreichsten Unternehmen im Solarbereich eine ungewöhnlich hohe Frauenquote haben.
Wie deprimierend, wenn sich so gar keine Fortschritte zeigen.

Don‘t nuke the climate

Bitte den „Verstrahlt das Klima nicht“ Appell unterzeichnen.
Der Appell wendet sich an die EntscheidungsträgerInnen und VerhandlerInnen der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 und wird dort auch überreicht.
Der Klimawandel und seine Konsequenzen sind heute nicht mehr zu leugnen. Im Dezember 2009 müssen die Regierenden der ganzen Welt zu einer neuen Klimavereinbarung finden. Es müssen dringend die erforderlichen Maßnahmen für eine drastische Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ergriffen werden – unsere Zukunft steht auf dem Spiel!
Das derzeitige Kyoto-Protokoll schließt – zu Recht – die Kernkraft als Lösungen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen aus. Die Atomindustrie übt jedoch zusammen mit bestimmten Ländern großen Druck aus, damit diese gefährliche und umweltschädliche Technologie das Prädikat „sauber“ erhält und damit einen Platz in der nächsten Klimavereinbarung!
Damit würden für die Kernenergie beträchtliche öffentliche Gelder frei… und das zulasten der echten Lösungen! Hätte dieser Taschenspielertrick Erfolg, würde dies das Aus für den Kampf gegen den Klimawandel bedeuten und den Weg für die weltweite Expansion der Kernenergie mit all ihren Risiken bereiten.
Bitte an Freunde und Aktive weiterschicken.

Deutschland fällt zurück

Vorgestern, also am 27. Oktober 2009, wurde der aktuelle Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits das vierte Jahr in Folge fällt Deutschland zurück. Sahen wir uns 2006 noch auf Rang 5 – zugegebenermaßen fragten wir uns damals, wie wir das geschafft haben – liegen wir nun auf Rang 12. Überrundet von Südafrika auf Rang 6, Philippinen auf Rang 9, Lesotho auf Rang 10. Kritisiert wir von den HerausgeberInnen vor allem der mangelnde Fortschritt im Bereich Partizipation in Politik und Wirtschaft. Da sind wir doch ausnahmsweise mal einer Meinung mit dem Weltwirtschaftsforum.
Untersucht werden in den jährlichen Berichten die Bereiche (in Klammer der Rang von Deutschland) ökonomische Partizipation (Rang 37), Bildung (Rang 49), Gesundheit (Rang 60) und politisches Empowerment (Rang 13). Wie Deutschland es trotzt dieser haarsträubenden Bewertung auf Platz 12 geschafft hat, erschließt sich nicht so richtig.
Führend ist erstmalig Island vor Finnland und Norwegen, Schweden liegt auf Platz 4. Die weltweite Spitze ist also fest in skandinavischer Hand, wobei Island in dieser Hinsicht vermutlich von der Finanzkrise und dem Staatsbankrott profitiert hat, der die Frauen an die Spitze gespült hat..

Wahlversprechen – für wen?

Okay, es überrascht nicht wirklich, dass bei den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beschlossen wurde. Wie lange, was mit der 1 Million Gewinn pro Tag und Atomkraftwerk passiert – alles offen. Angeblich muss erst ein Gesamtenergiekonzept erstellt werden, bevor man sich dazu äußert. Aber vielleicht ist es doch die Befürchtung, die WählerInnen könnten das nicht goutieren und bei der NRW-Wahl die Rechnung präsentieren.
Es ist ja auch unglaublich: da wird vier (!) Energiekonzernen im Wahlkampf das Versprechen auf enorme Gewinne gegeben – und das gehört dann zu den Versprechen, die auch eingehalten werden. Gleichzeitig wird durch vorschnelle Reduzierung der Einspeisevergütungen für Erneuerbare dieser Wirtschaftszweig (ganz nebenbei eigentlich das FDP-Klientel, der Mittelstand) ausgehebelt.
Atomenergie soll nur vorübergehend eine Rolle spielen, sie wird als Brückentechnologie gebraucht, bis die Erneuerbaren soweit sind – gibt es eigentlich noch Menschen, die diese Ammenmärchen glauben? Das ist doch längst widerlegt, ich erinnere mich, dass der Leiter des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark nach einem der mehr als heiklen ‚Stör‘fälle in einem Interview sagte: Man müsse jetzt die Entscheidung treffen, ob man Nuklaer oder Erneuerbare wolle, beiden zusammen ginge nicht und sei Augenwischerei. Man müsse entscheiden, in welche Richtung das Geld für Forschung und Ausbildung fließe, weil man es eben nur einmal ausgeben könne.
Und vielleicht muss man auch endlich mal entscheiden, dass die Betreiber von Atomkraftwerken die Risiken tragen – dann würden sich alle weiteren Diskussionen ganz schnell erledigen.

Atomausstieg? Jetzt erst recht!

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl steht fest und auch wenn ich es vorher nicht glauben wollte: es wird eine schwarz-gelbe Koalition geben. Die beiden einzigen Pro-Atomenergie-Parteien, die im Bundestag vertreten sind, werden die Regierung bilden.
Eine schwarz-gelbe Regierung wird in den nächsten vier Jahren über die Atompolitik in Deutschland zu entscheiden haben. Das heißt, zwei Pro-Atom-Parteien verhandeln miteinander und mit der Atomlobby darüber, wie die Zukunft der Atomenergie gestaltet wird. Das kann ja nicht gut gehen! Jetzt müssen also wir dafür sorgen, dass der vereinbarte Atomausstieg beibehalten bleibt. Denn es gibt zwar eine Mehrheit für schwarz-gelb, aber nicht für Laufzeigverlängerungen, die lehnt die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor ab.
Die Positionen sind also klar und nun ist jede einzelne Atomkraftgegnerin gefragt aktiv zu werden. Vielleicht ist das Wahlergebnis ja auch eine Chance für die Anti-Atom-Bewegung, denn jetzt kann niemand behaupten, da sei ja schon eine atomkritische Partei in der Regierung, die werde das schon richten. Von alleine wird die zukünftige Regierung keine Kernkraftwerke abschalten, dazu braucht sie uns.
In den nächsten Monaten wollen wir aktiv werden, Möglichkeiten zum Protest gibt es viele. Die Koalitionsverhandlungen müssen kritisch begleitet werden. Sollte es zu neuen Verhandlungen mit der Atomindustrie kommen, müssen wir uns einmischen. Wir können unsere Abgeordneten immer wieder daran erinnern, dass wir, ihre Wählerinnen, erwarten, dass sie sich für einen schnellen Ausstieg einsetzen. Mit kreativen Aktionen und Protesten können wir an den vielen Schwachstellen der Atomenergieproduktion (fehlende Möglichkeiten der Müllentsorgung, Pannenreaktoren, gefährliche und giftige Urangewinnung usw.) unsere Meinung demonstrieren und so die Verlängerung von Laufzeiten „politisch nicht durchsetzbar“ machen.
Unter www.frauengegenatom.de können Sie sich über aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und Aktionsmöglichkeiten informieren.

Grüner Atomstrom???

Gestern abend in Arte: ‚Grün ist die Hoffnung‘ war das Motto des Arte Themenabends. Mitten drin die 45-minütige Dokumentation „Atomkraft auf Ökotrip“, die sich laut Arte-Text „nüchtern, informativ und ausgewogen mit der Energie auseinander setzt, die seit Tschernobyl Schreckensbilder hervorruft.“ Nüchtern? Ausgewogen? Kein/e einzige/r Atomkraftgegner/in kam zu Wort, dafür Ex-Grüne und Ex-Greenpeaceler die zur Atomkraft konvertiert sind und vor allem Vertreter/innen der französischen Atomindustrie.
Der Tenor: Auch Computer verursachen Giftmüll, der bis in alle Ewigkeit giftig bleibt. Deshalb verzichtet niemand auf Computer. Bei der Radioaktivität nimmt die Giftigkeit dagegen ab, bis sie irgendwann gegen Null geht – warum sollten wir also darauf verzichten? sagt Mark Lynar. Ja, das Risiko einer Explosion und radioaktive Verseuchung besteht – aber es ist gering und lässt sich kontrollieren… , ergänzt Chris Goodall.
Quer durch Europa scheint die Front gegen Atomkraft zu bröckeln, so der Tenor der Sendung. Da scheinen die AutorInnen doch irgendwie in einer anderen Welt zu leben. Vielleicht in der von Anne Lauvergeon, Vorstandsvorsitzende von AREVA (französicher Atomkonzern), die ihr Unwissen hemmungslos zur Schau stellt: „Wenn Sie eine Welt wollen, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien beruht, dann können Sie den Fernseher nur anmachen, wenn es windig ist“.
Das ist nicht nur nicht ausgewogen, sondern schlicht dumm. Dass Arte als deutsch-französischer Sender Pro-Atom argumentiert, ist bekannt. Dass sie aber gezielt Volksverdummung betreiben, war mir neu. Ein einziges Ärgernis.
Wer sich seine Dosis Ärger abholen möchte, kann das hier tun.

Neues Projekt „Frauen im Widerstand gegen Atomenergie“

Wir haben ein neues Projekt gestartet: „Frauen im Widerstand gegen Atomenergie“.
Zahlreiche Untersuchen belegen, dass Frauen vermehrt die Nutzung der Atomenergie ablehnen. Dafür haben sie gute und richtige Gründe: technologische und gesundheitliche Risiken, ungelöste Probleme, wie die Lagerung des Atommülls oder die Zerstörung und Verseuchung ganzer Landstriche durch den Uranabbau.
Ziel unseres Projektes ist es, Frauen, die zwar der Atomenergie gegenüber kritisch eingestellt sind, dies aber bisher nicht öffentlich sichtbar gemacht haben, Handlungsoptionen und Aktionsmöglichkeiten zu ermöglichen. Wir wollen Frauen in die Lage versetzen, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen und mit kleinen oder größeren Schritten aktiv zu werden. Wir wollen aber auch Frauen, die schon in einer Bewegung gegen Atomenergie aktiv sind, die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen und weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.
Damit unser Vorhaben ein Erfolg wird, brauchen wir eure Hilfe, denn der Kampf gegen Atomenergie kann nur gelingen, wenn viele mitmachen und sich aktiv einmischen.
Außerdem bieten wir die Möglichkeit mit der „Aufgabe des Monats“ in kleinen Schritten dem Atomausstieg ein Stück näher zu kommen. Macht mit!
Weitere Informationen findet ihr unter: www.frauengegenatom.de